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Das Verständnis der Vorteile des Stillens oder der Fütterung mit Frauenmilch für den gesundheitlichen Status von Säuglingen und das Ausmaß dieser Vorteile entwickelt sich offenbar ständig weiter. Eine amerikanische Arbeitsgruppe hat es sich zum Ziel gesetzt, mittels einer systematischen Literaturrecherche in MEDLINE, Embase und CINAHL nach englischsprachigen Arbeiten zu suchen, die zwischen 2006 und dem 14. August 2024 eine Evidenz zum Zusammenhang zwischen Stillen und Gesundheitsstatus bei Kindern überprüft haben.
Die Studienauswahl bestand aus systematischen Übersichtsarbeiten (Existing systematic reviews, ESR) und primären Studien, in denen verschiedene Stillpraktiken und die Auswirkungen auf die Gesundheit von termingeborenen Säuglingen in Industrieländern verglichen wurden.
Die Ergebnisse der ESR wurden zusammen mit denen neuerer primärer Studien zusammengefasst. Es wurden 29 ESR und 145 primäre Studien einbezogen. Ein Zusammenhang, der auf ein geringeres Risiko bei längerem Stillen im Vergleich zu kürzerem Stillen hindeutet, war offensichtlich bei mittelschweren bis schweren Atemwegs- sowie Magen-Darm-Infektionen, Mittelohrentzündungen, allergischen Erkrankungen (allergische Rhinitis, Asthma bronchiale), entzündlichen Darmerkrankungen, Typ-1-Diabetes, schneller Gewichtszunahme und schnellem Wachstum, Adipositas, hohem systolischem Blutdruck, Leukämie im Kindesalter und Säuglingssterblichkeit.
Es ließ sich kein eindeutiger Schwellenwert für die Stilldauer, der für eines der Ergebnisse als besonders vorteilhaft erschien, ermitteln. Es existierten nur wenige Daten dazu, ob die Zusammenhänge je nach Art des Stillens oder Herkunft der Frauenmilch variierten.
Die Autorinnen und Autoren führen aus, dass Beobachtungsstudien mit Risiken für Verzerrungen aufgrund von Störfaktoren, fehlenden Daten und einer mangelnden Konsistenz bei der Messung und Berichterstattung von Stillexpositionen einhergehen können.
Dennoch schlussfolgern die Autorinnen und Autoren, dass Stillen mit positiven Auswirkungen auf mehrere gesundheitliche Ergebnisse bei Säuglingen und Kindern verbunden ist, fordern aber auch weitere Untersuchungen, um die Einschränkungen bestehender Studien zu klären.
Erschienen in: Kinderärztliche Praxis, 2026; 97 (1) Seite 11
