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Staphylococcus aureus war in der Vergangenheit eine der Hauptursachen für Morbidität und Mortalität auf Neugeborenen-Intensivstationen (NICU). Die aktuelle Inzidenz und die zurechenbare Mortalität einer spät einsetzenden invasiven S.-aureus-Infektion bei hospitalisierten Säuglingen sind unbekannt, weshalb eine amerikanische Studiengruppe die Inzidenz und assoziierte Mortalität einer spät einsetzenden S.-aureus-Infektion bei hospitalisierten Säuglingen in den USA geschätzt hat.
Mittels einer retrospektiven Kohortenstudie in 315 NICUs in den USA wurden zwischen 2016 und 2021 Säuglinge im Alter von mindestens vier Tagen nach der Geburt in die Untersuchung eingeschlossen. Die Daten wurden von Mai bis August 2024 analysiert.
Die Ergebnisse bezogen sich auf die Inzidenz und die assoziierte Mortalität einer spät einsetzenden invasiven S.-aureusInfektion. Die Klassifizierung von S. aureus als Methicillinresistent (MRSA) und Methicillin-sensitiv war nicht allgemein verfügbar; daher wurden alle invasiven S. aureus-Infektionen zusammengefasst.
Von den 468.201 Säuglingen (260.491 (55,6 %) männlich; medianes Gestationsalter (IQR) 36 (33 – 38) Wochen), die für die Analyse infrage kamen, erlitten 1.724 Säuglinge 1.762 Infektionen, was einer Gesamtinzidenz von 37,6 (95 %-KI: 35,9 – 39,4) invasiven S.-aureus-Infektionen je 10.000 Säuglinge entspricht. Die meisten Säuglinge mit invasiven Infektionen waren 32 Schwangerschaftswochen oder jünger (1.394 Säuglinge (80,9 %)) alt, hatten ein sehr niedriges Geburtsgewicht (VLBW; d. h. < 1.500 g) (1.318 Säuglinge (76,5 %)) und/oder hatten während ihres Krankenhausaufenthalts einen zentralen Venenkatheter (1.509 Säuglinge (87,5 %)). Invasive Infektionen umfassten hauptsächlich Blutstrominfektionen (1505 Infektionen (85,4 %)), wobei 1.160 Infektionen (65,8 %) innerhalb von 4 bis 28 Tagen nach der Geburt auftraten. Das Geburtsgewicht korrelierte umgekehrt mit der Inzidenz: Säuglinge mit sehr niedrigem Geburtsgewicht (VLBW) erkrankten mehr als 20-mal häufiger als Säuglinge mit einem Geburtsgewicht von mindestens 1.500 g (227,1 (95 %-KI: 215,3 – 239,4) vs. 10,1 (95 %-KI: 9,1 – 11,1) Infektionen pro 10.000 Säuglinge). Die meisten Todesfälle nach invasiven Infektionen ereigneten sich bei Säuglingen mit sehr niedrigem Geburtsgewicht (189 von 209 Todesfällen (90,4 %)). Im Vergleich zu Säuglingen ohne spät einsetzende invasive S.-aureus-Infektion wiesen infizierte Säuglinge einen absoluten Unterschied in der Sterblichkeitsrate von 5,3 % (95 %-KI: 3,8 % – 6,8 %) auf.
Die Autoren schlossen aus diese Kohortenstudie, dass Säuglinge mit sehr niedrigem Geburtsgewicht überproportional häufig von einer spät einsetzenden invasiven S.-aureus-Infektion und der daraus resultierenden Mortalität betroffen sind.
Gezielte Maßnahmen zur Infektionsprävention und -kontrolle sind notwendig, um die Morbidität und Mortalität durch invasive S.-aureus-Infektionen in dieser gefährdeten Bevölkerungsgruppe zu senken.
Erschienen in: Kinderärztliche Praxis, 2026; 97 (1) Seite 12
