Was bringt die Hyperthermie nach einem Schädel-Hirn-Trauma, wenn man sie frühzeitig einsetzt? Und wie sind mögliche Komplikationen zu bewerten? Eine neue Untersuchung ging diesen Fragen nach.
Der Einsatz der Hypothermie bei einer Schädel-Hirn-Verletzung oder einem hypoxisch-ischämischen Ereignis ist bei Neugeborenen ein etabliertes Verfahren. Auch in der Traumatologie ist eine frühzeitige Hypothermie als therapeutisches Verfahren mit dem Ziel, ein besseres neurologisches "Outcome" zu induzieren, in der Vergangenheit eingesetzt worden.
Erneut wurde hierzu eine klinische Untersuchung durchgeführt. In die sogenannte POLAR-Studie wurden 466 erwachsene Patienten eingeschlossen. Die Hypothermie wurde im Mittel 1,8 Stunden nach dem Erleiden der Verletzung etabliert. Eine Wiedererwärmung erfolgte dann langsam nach 22,5 Stunden. Die klinische Effektivität wurde nach 6 Monaten mittels Glasgow-Coma-Scale (GCS) dokumentiert. Einen verbesserten Verlauf wiesen 117 Patienten (48,8 %) in der Hypothermiegruppe und 111 (49,1 %) in der Kontrollgruppe auf. Das relative Risiko (R = 0,99, 95-%-Konfidenzintervall 0,82 bis 1,19; p = 0,94) unterschied sich nicht signifikant. Bemerkenswerterweise traten Komplikationen, wie Pneumonie und intrazerebrale Hämorrhagie, in der Hypothermiegruppe etwas häufiger auf.
Erschienen in: Kinderärztliche Praxis, 2019; 90 (2) Seite 74
