Im Rahmen des letzten Kongresses für Kinder- und Jugendmedizin 2025 in Leipzig wurde Sophia Galle mit dem mit 1.000 Euro prämierten Preis für Transkulturelle Pädiatrie der Deutschen Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin e. V. ausgezeichnet. Die Auszeichnung erhielt sie für das auf dem Kongress vorgestellte Projekt "Therapiebegleitung und Adhärenzförderung bei Tuberkulose-Therapie im Kinder-, Jugend- und jungen Erwachsenenalter".

Sophia Galle führt das Projekt unter Leitung von Dr. Benedikt Spielberger als Promotionsprojekt bei Prof. Markus Hufnagel (Pädiatrische Infektiologie) und Prof. Thorsten Langer (AG Versorgungsforschung) an der Unikinderklinik Freiburg durch und arbeitet als Weiterbildungsassistentin in der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Uniklinik Freiburg. Neben der Kinder- und Jugendklinik Freiburg sind die Sektion Versorgungsforschung und Rehabilitationsforschung (SEVERA) der Uniklinik Freiburg (Jana Willems) und das Deutsche Zentralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkulose (DZK) an der Studiendurchführung und -rekrutierung beteiligt.

Tuberkuloseerkrankungen sind in Deutschland insbesondere im pädiatrischen Bereich mit ca. 230 Erkrankten/Jahr selten. Auffallend sind die schlechteren Therapie-Outcomes bei Kindern und Jugendlichen mit Migrations- oder Fluchthintergrund. In der Studie untersucht Sophia Galle, welche Praktiken in der Therapiebegleitung und Adhärenzförderung von Klinikern, dem Öffentlichen Gesundheitsdienst, Sozial- oder Pflegediensten und niedergelassenen Pädiatern in Deutschland angewandt werden. Insgesamt nahmen 147 Personen über Fachgesellschaften und Schneeball-Rekrutierung am quantitativen Teil der Studie teil.

In einer ersten Auswertung zeigte sich bereits, dass die Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit Fluchterfahrung schlechter zu gelingen scheint und Kommunikationsbarrieren ein zentraler Ansatzpunkt sein können. Der im Poster dargestellte Fokus der Daten liegt dabei auf einem Vergleich zwischen Ärzten in pädiatrischen Kliniken und im öffentlichen Gesundheitsdienst, welche die beiden größten Subgruppen der Befragten darstellten. Der Vergleich deutet darauf hin, dass die Therapiebegleitung pädiatrischer Tuberkulose in Deutschland heterogen gestaltet ist. Auch wurden Unterschiede in den Ressourcen und Arbeitsweisen zwischen Kliniken und ÖGD festgestellt.

Im nun folgenden qualitativen Teil werden ca. 15 Versorger zu Barrieren und Förderfaktoren interviewt. Somit sollen Ansatzpunkte zur Optimierung der multidisziplinären Versorgung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Tuberkulose formuliert werden können.


Korrespondenzadresse
Sophia Galle (Ärztin in Weiterbildung)
Universitätsklinikum Freiburg
Department für Psychische Erkrankungen
Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik im Kindes- und Jugendalter
Hauptstraße 8
79104 Freiburg
Tel.: 07 61/270-6 87 30
E-Mail: sophia.galle@uniklinik-freiburg.de

Interessierte können sich für die Teilnahme an einem Interview gerne direkt über Frau Galle an das Studienteam wenden:
E-Mail: sophia.galle@uniklinik-freiburg.de
PDF aller preisgekrönten Poster
Download unter https://www.kinder aerztliche-praxis.de/downloads#2-2026

Erschienen in: Kinderärztliche Praxis, 2026; 97 (2) Seite x-x