Sophia Galle führt das Projekt unter Leitung von Dr. Benedikt Spielberger als Promotionsprojekt bei Prof. Markus Hufnagel (Pädiatrische Infektiologie) und Prof. Thorsten Langer (AG Versorgungsforschung) an der Unikinderklinik Freiburg durch und arbeitet als Weiterbildungsassistentin in der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Uniklinik Freiburg. Neben der Kinder- und Jugendklinik Freiburg sind die Sektion Versorgungsforschung und Rehabilitationsforschung (SEVERA) der Uniklinik Freiburg (Jana Willems) und das Deutsche Zentralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkulose (DZK) an der Studiendurchführung und -rekrutierung beteiligt.
Tuberkuloseerkrankungen sind in Deutschland insbesondere im pädiatrischen Bereich mit ca. 230 Erkrankten/Jahr selten. Auffallend sind die schlechteren Therapie-Outcomes bei Kindern und Jugendlichen mit Migrations- oder Fluchthintergrund. In der Studie untersucht Sophia Galle, welche Praktiken in der Therapiebegleitung und Adhärenzförderung von Klinikern, dem Öffentlichen Gesundheitsdienst, Sozial- oder Pflegediensten und niedergelassenen Pädiatern in Deutschland angewandt werden. Insgesamt nahmen 147 Personen über Fachgesellschaften und Schneeball-Rekrutierung am quantitativen Teil der Studie teil.
In einer ersten Auswertung zeigte sich bereits, dass die Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit Fluchterfahrung schlechter zu gelingen scheint und Kommunikationsbarrieren ein zentraler Ansatzpunkt sein können. Der im Poster dargestellte Fokus der Daten liegt dabei auf einem Vergleich zwischen Ärzten in pädiatrischen Kliniken und im öffentlichen Gesundheitsdienst, welche die beiden größten Subgruppen der Befragten darstellten. Der Vergleich deutet darauf hin, dass die Therapiebegleitung pädiatrischer Tuberkulose in Deutschland heterogen gestaltet ist. Auch wurden Unterschiede in den Ressourcen und Arbeitsweisen zwischen Kliniken und ÖGD festgestellt.
Im nun folgenden qualitativen Teil werden ca. 15 Versorger zu Barrieren und Förderfaktoren interviewt. Somit sollen Ansatzpunkte zur Optimierung der multidisziplinären Versorgung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Tuberkulose formuliert werden können.
Erschienen in: Kinderärztliche Praxis, 2026; 97 (2) Seite x-x
