Wie lassen sich Kinderzähne optimal schützen? Im Netzwerk „Gesund ins Leben“ stellen Kinderärzte, Zahnmediziner, Hebammen und Ernährungswissenschaftler nun gemeinsame erarbeitete Empfehlungen vor, um die lange und hart gerungen wurde.
Die Zahngesundheit der Kinder ist in Deutschland auf einem guten Weg und liegt im Vergleich zu anderen Ländern weit vorne. Dennoch ist die Karieshäufigkeit im Milchgebiss ist seit Mitte der 1990er Jahre bisher nur um etwa ein gutes Drittel zurückgegangen und fast die Hälfte der Sechs- bis Siebenjährigen hat kariöse Zähne. Besonders häufig betrifft es Kinder aus sozioökonomisch benachteiligten Familien.
Die Kariesprävention sollte bereits in den ersten Lebenswochen beginnen und konsequent im Kleinkindesalter fortgeführt werden, da die Milchzähne einen dünneren Zahnschmelz haben und gut geschützt werden müssen. Sie haben eine wichtige Platzhalterfunktion für die bleibenden Zähne.
Zentrale Bausteine der Prävention von klein auf sind eine zahngesunde Ernährung, bei der auf Süßes zwischendurch und zuckerhaltige Getränke weitgehend verzichtet wird, eine regelmäßige Zahnreinigung und eine korrekt dosierte schützende Fluoridgabe bereits ab der Geburt. Zunächst als tägliche Tablette in Kombination mit Vitamin D, bei Bedarf aufgelöst in ein paar Tröpfchen Wasser.
Ab Durchbruch des ersten Zahnes bis zum Ende des ersten Lebensjahres wird das Kind behutsam an das Zähneputzen herangeführt. Die Zahnreinigung kann auch ohne Zahnpasta oder mit einer fluoridfreien Zahnpaste erfolgen, dann soll die Vitamin D-Fluorid-Tablette für die Dauer des ersten Lebensjahres weitergegeben werden.
Falls eine fluoridhaltige Zahnpasta eingesetzt wird, muss sie sehr sorgfältig dosiert werden (in Reiskorngröße), um eine Überdosierung zu vermeiden, in diesem Fall wird ergänzend eine tägliche Vitamin D-Tablette ohne Fluorid empfohlen.
Nach dem zweiten Geburtstag werden die Zähne zweimal täglich zu Hause mit einer erbsengroßen Menge Zahnpasta geputzt. Das Kind lernt das Putzen, die Eltern putzen die Kinderzähne sauber. Hinzu kann ergänzend ein drittes Zähneputzen in Kindergarten und Kitas kommen.
KMS
